Umfang der Umbauverpflichtungen nach dem Messstellenbetriebsgesetz

Am 2. September 2016 ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) in Kraft getreten. Das MsbG sieht zum einen den Austausch der bisherigen elektromechanischen Stromzähler gegen neue, elektronische Stromzähler vor. Zum anderen ist der Messstellenbetrieb nicht mehr Aufgabe des Netzbetreibers, sondern des grundzuständigen Messstellenbetreibers. Die Netzgesellschaft Gütersloh mbH hat nach § 3 MsbG zum 1. Juli 2017 die Aufgabe des grundzuständigen Messstellenbetreibers im Versorgungsgebiet von Gütersloh übernommen. Diese Aufgabe umfasst die gesetzlich vorgeschriebene Umbaupflicht von Stromzählern zu modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen, soweit nicht eine anderweitige Vereinbarung nach §§ 5 oder 6 MsbG durch den Anschlussnutzer oder Anschlussnehmer abgeschlossen wird.

Das Gesetz zur „Digitalisierung der Energiewende“ schreibt zusammen mit dem Messstellenbetriebsgesetz den Umbau der Messtechnik von bisher elektromechanischen Stromzählern zu elektronischen Zählern vor. Die so genannte moderne Messeinrichtung verfügt über ein elektronisches Zählwerk sowie über ein Display zur Anzeige von Energieverbräuchen für unterschiedliche Zeiträume. Durch die Einführung moderner Messeinrichtungen will der Gesetzgeber erreichen, dass Sie als Endkunde einen besseren Überblick über Ihren Stromverbrauch bekommen und dadurch bewusster und effizienter mit Energie umgehen.

Das intelligente Messsystem – bestehend aus einer modernen Messeinrichtung sowie einem zusätzlichen Kommunikationseinheit (Smart Meter Gateway) misst den Stromverbrauch/-einspeisung eines Kunden viertelstündlich genau und versendet die Energiedaten über eine gesicherte Kommunikationsverbindung mit Hilfe der Kommunikationseinheit an die beteiligten Marktpartner, wie z.B. Netzbetreiber und Lieferanten. Bei einem intelligenten Messsystem ist die manuelle Ablesung der Zählerstände nicht mehr erforderlich.

Das Messstellenbetriebsgesetz fordert eine nach Letztverbrauchs- und Einspeisekategorien gestaffelte Umbauverpflichtung für den Messstellenbetrieb Strom. Der Umbau erfolgt über mehrere Jahre bis zum Jahr 2032.

Zwei Modelle werden verbaut, die moderne Messeinrichtung und das intelligente Messsystem, die von der Verbrauchs- oder Erzeugergruppe abhängig sind. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass bis zu einem Jahresverbrauch von unter 6.000 kWh und Erzeugern mit weniger als 7 kW eine Basisausstattung, die sogenannte moderne Messeinrichtung, eingebaut wird. Bei einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh oder Erzeugern von Anlagen mit mehr als 7 kW wird ein intelligentes Messsystem mit Fernauslesung installiert. Zur Orientierung: Eine vierköpfige Familie verbraucht im Durchschnitt 3.500 kWh, so dass in Privathaushalten vornehmlich moderne Messeinrichtungen verbaut werden.

Eine moderne Messeinrichtung ist ein elektronischer Stromzähler mit besserer Verbrauchsvisualisierung und stellt die Grundausstattung für die zukünftige Stromverbrauchsmessung dar. Sie kann bei Bedarf über eine Schnittstelle in ein intelligentes Messsystem integriert werden.

Ein intelligentes Messsystem hingegen besteht aus zwei Komponenten, der modernen Messeinrichtung und einer Kommunikationseinheit (Smart Meter Gateway). Diese Kommunikationseinheit erfüllt die Datenschutz- und Datensicherheitsvorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Sie bilden eine standardisierte, technische Basis für eine Vielzahl von Anwendungsfällen in den Bereichen Netzbetrieb, Strommarkt und Energieeffizienz. Das System ermöglicht die transparente Darstellung von Verbräuchen, ermöglicht variable, zeitabhängige Stromtarife, steuert dezentrale Erzeuger und macht die Spartenbündelung von Wasser, Gas und Wärme möglich. Verbraucher eines intelligenten Messsystems profitieren zum einen durch die Visualisierung ihres Verbrauchsverhaltens und der daraus resultierenden Einsparpotenziale und benötigen keine Vor-Ort-Ablesetermine, da die Daten fernübertragen werden.

Der bislang eingesetzte elektromechanische "Ferraris-Zähler" wird im Rahmen der Umbauverpflichtung schrittweise durch die neuen Technologien ersetzt. Diese können in der Regel in dem vorhandenen Zählerschrank beziehungsweise auf den vorhandenen Zählerplatz verbaut werden.

Mit Stand 31. Dezember 2015 sind von der Ausbauverpflichtung im Versorgungsgebiet Gütersloh 57.022 Zähler betroffen. Davon entfallen 5.798 ortsfeste Zählpunkte auf intelligente Messsysteme. Allerdings ist die tatsächliche Anzahl der pflichtgemäßen Umbaufälle von zukünftigen Netz- und Verbrauchsentwicklungen sowie Stilllegungen abhängig.

Mit dem Einbau von modernen Messeinrichtungen wird die Netzgesellschaft Gütersloh ab Februar 2018 beginnen.

Intelligente Messsysteme werden dann eingebaut, wenn sie am Markt verfügbar und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert worden sind. Auch hier werden weitere Einzelheiten von der Netzgesellschaft Gütersloh noch veröffentlicht.

Die gesetzlich vorgegebenen Preisobergrenzen für die digitalen Zähler (siehe auch MsbG) sind nach Jahresverbrauch und Einspeiseleistung gestaffelt. Diese können Sie dem auf unserer Internetseite veröffentlichten Preisblatt „Preisblatt für die Nutzung moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme der Netzgesellschaft Gütersloh mbH“ entnehmen.

Der Bruttopreis für moderne Messeinrichtungen (bis 6.000 kWh Verbrauch oder 7 kWp Einspeiseleistung) beträgt sowohl für Verbraucher als auch für Einspeiser 20 €/a.

Der Zählerwechsel ist für Sie kostenlos.

FAQs

Weitere Antworten zu Ihren Fragen im Zusammenhang mit der Umbauverpflichtung entnehmen Sie bitte aus „Häufig gestellte Fragen zur modernen Messeinrichtung“

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